Das Mellow Schema - Vorteile von flachen Hierarchien innerhalb eines Unternehmens

13.12.2021


1. Flache Hierarchien, aber wieso?

Innerhalb junger Unternehmen zeichnet sich ein Trend ab. Weg von der Chefetage hin zum großen gemeinsamen Bürotisch. Gerade innerhalb der digitalen Branche ist zu beobachten, wie herkömmliche Führungsstile aus dem Alltag junger Teams verschwinden. 

Es ist nicht so, dass eine kontrollierende oder delegierende Führungsperson per se abgelehnt würde. Vielmehr sind junge Start Ups aufgrund der oft geringen Anzahl von Mitarbeitenden darauf angewiesen, dass Aufgaben flexibel koordiniert werden können. 

Durch was genau sich diese flachen Hierarchien auszeichnen und welche Vorteile sich für die Mitarbeitenden dadurch ergeben, haben wir uns in diesem Artikel mal genauer angeschaut.

2.Kennzeichen flacher Hierarchien

Ein Unternehmen basierend auf flachen Hierarchien zu führen, beeinflusst diverse Facetten des Arbeitsalltags. Zuerst mag man mit flachen Hierarchien den Umgang untereinander assoziieren. Persönliches Duzen, anstelle des förmlichen Sie-zens, ein lockeres „moin“, statt eines steifen „Hallo Herr…/ Hallo Frau …“

Die Grenzen konkreter Zuständigkeitsbereiche oder expliziter Aufgabenstellungen verschwimmen immer mehr zu größeren Handlungsspielräumen innerhalb derer sich die Angestellten bewegen. Zur Verdeutlichung der tatsächlichen Unterschiede zu herkömmlichen Führungsstilen, die sich vor allem in modernen digitalen Unternehmen beobachten lassen, nehmen wir drei Bereiche des Arbeitsalltages genauer unter die Lupe. 

2.1 Communication is Key - Das interne Miteinander

Werfen wir zuerst einen genaueren Blick auf das Klima innerhalb eines typischen Start-Up Teams.
Eingangs haben wir bereits festgestellt, dass schon die verbale Ebene eine deutlich persönlichere ist.
Vornamen und Duzen sind typischer Bestandteil des Umgangs geworden.
Eine solche Kommunikation sorgt auf der individuellen Ebene dafür, dass man näher zusammenrückt. So können Entscheidungswege effizient verkürzt werden und es öffnen sich Räume für direkten Austausch.
Jeder kann eine Perspektive zu einem Thema einbringen und kreative, sowie vermarktungstechnische Fragestellungen können facettenreich durchdacht werden.
Das Ergebnis ist, dass es so leichter fällt Fragen zu stellen, die eigene Meinung zu äußern und eigene Ideen mit einzubringen. Der Respekt vor einander und der Arbeit der anderen bleibt erhalten, vielleicht gerade weil direkte Kommunikation die Bindung untereinander positiv beeinflusst.  Justus Jeromin verdeutlichte 2017 noch einmal die Tatsache, dass sich flache Hierarchien und das Konzept einer übergeordneten Führungspersönlichkeit nicht ausschließen, sondern vielmehr ergänzen.
Die Kunst liegt darin, beide Herangehensweisen möglichst zielorientiert zu kombinieren. (Leadership in Organisationen mit reduzierten Hierarchien; Jeromin,J./Jourdan,G./ von Nell,F., 2017, Wiesbaden, Springer)

Nun haben sich vielleicht bei dem/der ein oder anderen die ersten Bedenken eingeschlichen.

„Wie soll man eine Entscheidung treffen, wenn alle eine Meinung dazu haben?“

„Können alle zufrieden gestellt werden, oder befeuert die direkte Diskussion nicht eher Konflikte untereinander?“

Nun, an dieser Stelle können wir nur folgendes sagen: Solche Prozesse sind auch immer eine Möglichkeit um an der gegenseitigen Wertschätzung zu arbeiten. Ein Team funktioniert dann umso besser, wenn die Mitarbeitenden sich persönlich mit dem Unternehmen identifizieren.
Das führt sicherlich an manchen Stellen unweigerlich dazu, dass sich Entscheidungsprozesse komplizierter gestalten.
In solchen Momenten ist es ausschlaggebend, die persönliche von der professionellen Ebene trennen zu können.
Wenn diese Differenzierung respektvoll umgesetzt wird, profitiert das finale Produkt vom Austausch aller Mitarbeitenden und es können Details aufgegriffen werden, die einer einzelnen Person garnicht aufgefallen wären.
Da unsere Produkte so vielseitig und individuell sind, wie unsere Kundschaft, ist eine flache Hierarchie ein entscheidender Vorteil, um auf die Wünsche, der unterschiedlichsten Branchen und Menschen einzugehen.

2.2 At work - Die Gestaltung des Arbeitsortes

Denkt man an einen typischen Arbeitsort für Menschen, die mit Computern zutun haben, schleicht sich bei vielen sicherlich zuerst das Bild hunderter Schreibtisch-Abteile ein, das Geräusch klappernder Tasten und das blecherne Klingeln dutzender Telefone.
Glücklicherweise haben uns Apple und Co von dieser Vorstellung erlöst und uns jungen Kreativen die Vision des „digital office“ eröffnet.
Plötzlich finden Begriffe wie „Apple Jünger“ und „Digital Normad“ ihren Weg in unseren Wortschatz.
Hinter diesen Anglizismen versteckt sich die Idee, arbeiten von überall aus zu ermöglichen und einen reibungslosen Datenfluss zu gewährleisten -
Aus dieser Innovation heraus ergeben sich neben immens vielen Vorteilen verschiedene Problemstellungen. Zwei davon möchten wir an dieser Stelle erörtern.

Kann sich ein junger Mensch denn überhaupt die dafür nötigen Devices leisten und entsteht dadurch nicht ein immenser Druck auf die einzelne Person?
Etwas zutun gibt es immer und solange eine stabile Internetverbindung besteht, gibt es eigentlich keine Ausrede, um nicht zu arbeiten.
Hier können flache Hierarchien dabei helfen, Lösungen innerhalb des Teams zu finden. Geräte können untereinander geteilt werden und gemeinschaftliche Investitionen für das Unternehmen verbessern den Workflow.
Diese Handhabe ist nicht nur ökonomisch, sondern darüber hinaus auch Ressourcen-schonend. Auch der Trend weg vom individuellen Arbeitsplatz hin, zu einem Co-Working-Space birgt ungeahnte Vorteile.
Die Tatsache, dass wir im Mellow Studio wortwörtlich „an einen Tisch“ sitzen, fördert den Austausch und die Kreativität, kürzt die bereits erwähnten Kommunikationswege ungemein ab und befeuert die Motivation. 

2.3 Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Die Koordination von Aufgaben

Das sind Fragen, für deren Beantwortung es auch in flachen Hierarchien einer Person bedarf, die diese Entscheidung fällt. Das zumindest ist unsere persönliche Erfahrung.
Auch wenn jeder seine Meinung zu einem Thema äußern kann, so kristallisiert sich im Austausch miteinander sehr deutlich heraus, dass es meistens eine Person gibt, die bestmögliche Qualitäten vorweist um diese oder jene Aufgabe zu übernehmen.
Auch wenn das mal bedeutet, ein Projekt nicht zu bekommen, lässt sich immer der Ansporn ableiten, entweder die eigenen Fähigkeiten zu verbessern oder sie sogar noch zu erweitern.
Alles miteinander durchzusprechen, zu erörtern welche Skills gebraucht werden und gemeinsam daran zu feilen, wie ein Produkt optimal auf einen Kunden zugeschnitten werden kann, steigert umso mehr die Motivation das eigene Portfolio aufzupolieren.
Denn Teil eines leistungsstarken Teams zu sein, spornt ungemein zur Verbesserung der eigenen Arbeit an.

Das ist der Vorteil, der sich aus der Kombination gegensätzlicher Führungsstile ergibt.
Nicht jeder ist gezwungen die volle Verantwortung für ein Projekt zu tragen.
Weniger Druck bedeutet mehr Kreativität - Unsere wertvollste Ressource
Ganz nebenbei werden Kosten für den Kunden eingespart, die sonst durch die Inanspruchnahme externer Dienstleister entstanden wären. 

Wie genial, dass diese junge Art der Unternehmensführung sich auch wirtschaftlich rentiert. 

3. Gegen Schema F - Unsere Unternehmensstruktur

Als mellow können wir abschließend Folgendes zurückmelden:
Wir sind alle froh, dass wir hier die Möglichkeit haben, uns in einer jungen und experimentierfreundlichen Umgebung entfalten zu können. 

Alle die wir hier sind, bringen wir die vielfältigsten Fähigkeiten an einen Ort und erschaffen Neues. Lasst Euch von legerer Arbeitskleidung oder unserem jungen Alter nicht täuschen.
Gerade das gemeinsame Arbeiten und der Austausch spornen ungemein an, sich als einzelne Person stetig zu verbessern und immer das Beste zu geben, für die Menschen, die viel mehr als Kollegen sind, sondern lieb gewonnene Freunde. Wenn mit Kaffee oder Mate gelockt wird, finden wir uns auch am Wochenende zusammen und brüten gemeinsam über unseren Projekten, finden Lösungen und helfen einander aus. Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, dann stöbere doch direkt weiter. In unserem Blogbeitrag zu unserem Büro aka Laden könnt Ihr alles darüber erfahren, wieso wir uns gerade für die Ladenfläche mit großem Schaufenster entschieden haben.

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